Piercings als Geschenk

Piercings

Das englische Wort „to pierce“ bedeutet „durchstechen“, „durchbohren“. Piercings sind zwar erst in den letzten anderthalb Jahren richtig in Mode gekommen, tatsächlich handelt es sich beim Durchstehen der Ohrläppchen zum Tragen von Ohrringen auch um eine Form des „Piercings“.
Körperschmuck, bei dem die Haut und Körperteile wie Ohren oder Lippen durchbohrt werden, gibt es schon seit Jahrtausenden und in zahlreichen Kulturen. Noch heute praktizieren Gläubige zum Beispiel in Thailand oder Malaysia rituelle Zeremonien, bei denen sie sich in Trance spitze Gegenstände durch Zunge, Wange und andere Körperteile stechen.

In unserer Kultur dienen Piercings in erster Linie als modischer Schmuck, der neben Tattoos und anderen Körpermodifikationen die Individualität des Trägers unterstreichen soll. Noch zu Beginn der 1990er Jahre waren Piercings als Schmuck vor allem bei Punks, Hard Core-Fans und Anhängern der SM-Szene zu sehen, heute hat das Phänomen weite Teile der Jugendkultur erfasst. Bauchnabelpiercings sind mittlerweile schon alltäglich, ebenso wie durchstochene Zungen, Nasenflügel oder Augenbrauen. An Brustwarzen- und Intimpiercings wagen sich jedoch noch immer nur die besonders Mutigen.

Piercing Schmuck verschenken

Während Naturvölker für ihre Piercings meist spitze Naturgegenstände wie Dornen oder Knochensplitter verwendeten, besteht der moderne Piercing-Schmuck aus edlen Materialien wie Gold, Platin, Niob, Titan oder Edelstahl. Daneben kommen Kunststoffe wie PTFE aber auch Glas oder Holz zum Einsatz.

Das Dehnen von Piercings hat eine sehr lange Kultur. Auch in unserer Gesellschaft werden Piercings inzwischen immer häufiger geweitet, um darin größeren Schmuck tragen zu können. Oft wird dies aus ästhetischen Gründen getan, d.h. es gefällt dem Träger besser. Meist fühlt es sich auch deutlich angenehmer an als z.B. herkömmlicher Ohrschmuck, der nur mit dünnen Drähten gehalten wird. Bei manchen Piercings ist das spätere Dehnen sogar empfehlenswert, um ein Ausreißen zu vermeiden.

Um gesundheitliche Probleme beim Anbringen zu vermeiden, sollten Piercings unbedingt von einem Fachmann in einem Piercingstudio ausgeführt werden. Gerade im Mund- und Intimbereich ist darauf zu achten, dass hochwertige Materialien verwendet werden, um Allergien oder andere Komplikationen zu vermeiden.

Wird das geschenkte Piercing nicht fachgerecht vorgenommen, kann es zu Komplikationen kommen: Piercings durch den Ohrknorpel führen leicht zu Entzündungen. Beim Augenbrauenpiercing und beim Nasenflügelpiercing könnten Ausläufer des Trigeminusnervs getroffen werden. Bei allen Formen des Piercings kann es zu lokalen Schwellungen kommen, die meist nach einer Weile abklingen. Beim Bauchnabelpiercing, das bei Frauen beliebt ist, kann die Abheilungsphase bis zu einem halben Jahr dauern. Piercings im Dammbereich können zu dauerhaften Entzündungen führen, wenn man beruflich ständig sitzen muss.